Auf nach Tromsø


Mittwoch, 06. Dezember

Es ist fast wie eine Reise mit der Zeitmaschine.
Um 10 Uhr sind wir in Zürich gestartet, ein nebeliger aber heller Tag. Je weiter wir in den Norden kamen, ab Dänemark etwa, wurde das Tageslicht immer weniger. 

Faszinierend zu sehen, wie der Streifen Sonne auf der Tragfläche neben mir langsam schwindet und dann ganz erlöschen ist. Da war es gerade Mittagszeit so gegen 13 Uhr.

Um 14 Uhr sind wir bei völliger Dunkelheit gelandet. Als wir das Flugzeug verlassen, liegt die Temperatur bei minus 7 Grad. 
Die recht junge Australierin neben mir wagt sich mit Sneakers und Söckchen auf die Landebahn. Ich hoffe nur, sie schafft es noch bis in einen Laden mit Winterkleidung ohne zu stürzen oder zu erfrieren.


Rushhour in Tromsø

Jedes dritte Auto hat ZH im Nummernschild ✌️

Blick aus meinem Apartment auf die Eismeerkathedrale und auslaufendem Hurtigruten Schiff.

… es weihnachtet sehr…

Rentiere im eisigen Wind

Donnerstag, 07. Dezember

Um 10 Uhr Treffpunkt am Radisson Blu Hotel. 
Über Nacht wurde aus dem lockeren Schnee eine spiegelglatte Eisfläche, die sich über Klumpen und Schollen aus Schnee zieht. Höchste Rutschgefahr! Schon nach ca. 20m musste ich die Spikes umschnallen. So schaffte ich es rechtzeitig und ergatterte einen Platz ganz vorne im Bus und hatte eine gute Sicht auf den, langsam in die Dämmerung übergehenden, Morgen.

Es ging in den Norden auf eine Rentierfarm mit rund 300 Tieren. Schlittenfahrt, Rentiereintopf und Geschichten der Saami inklusive.
Ich wusste nicht, dass Rentiere, zumindest die norwegischen, sooo klein sind… Ich hatte echt ein schlechtes Gewissen, als ich dies arme, zarte Geschöpf sah, dass mich und eine ebenfalls mollige Spanierin samt Holzschlitten über den Schnee ziehen sollte. Schien dem Ren jedenfalls nichts auszumachen und es trabte, wie so oft schon eingeübt, leicht versetzt zum Vordermann, bzw. Vorder-Ren, dahin.
In den Lavvu (Jurten) gab es Lagerfeuer und Tee, nein ich habe nicht eine Minute gefroren.
Nun ja, vielleicht, als uns unsere Reiseführerin von den Repressalien an den Saami berichtete, da lief es mir schon kalt den Rücken herunter. Im 17. Jahrhundert wurden Internate für Saamikinder betrieben, welche mit Gewalt und Strenge, alles saamihafte austrieben. Der Verbot der Sprache, Kultur, Religion, Namensgebung etc. Musik, Kunsthandwerk und Gebietsansprüche… eine indigene Erniedrigung.
Echt bitter. Schön zu sehen, dass sich dieses seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sozial und auch politisch geändert hat. Unsere Reiseführerin ist sicher erst nach der offiziellen Entschuldigung des norwegischen Königs an das saamische Volk geboren. 
Eine neue, selbstbewusste Generation.

Das Schweigen der Wale

Freitag, 08. Dezember

Nun muss ich ja sagen, dass ich die Sache mit dem „Whale Watching“ immer sehr Ernst nehme. Jedesmal - immer erfolglos.
Dafür bin ich heute sogar sehr früh aufgestanden, es war noch dunkel… haha😉
Um 08 Uhr fuhr bereits das Boot vom Hafen an der Kaigata 6. Also insgesamt von diesem Veranstalter sogar drei Boote, was die Beliebtheit dieser Säugetiere bei anderen Säugetieren zeigt.

Wir schipperten an der Westküste entlang, weisser Schnee, rote Häuschen, Berge und viel, viel Wasser. Gesehen haben wir eindrucksvolle Landschaften, die heisse Schokolade und Gemüsesuppe waren gut. Wale habe ich wohl nicht gesehen. Da sind zwei graue Flossen in grauem Wasser vor grauem Fels. Das gilt nun beim Veranstalter als Orca-Sichtung und „we should be lucky…“ 
Dafür kann ich nun, dank der Info an Deck, zwischen den verschiedenen Flossen, Walgrössen und Fontainen, die sie ausstossen unterscheiden. Ein Wissen, welches ich nur bei einer Sichtung nutzen kann, was bisher weder in Australien, noch Island und jetzt auch nicht in Norwegen befriedigend geschah.

Aber ja, der Weg ist das Ziel. 
Und der vierstündige Weg zu der Insel Skjerdøy und den Walen war toll. 
Noch bin ich auf dem Boot. Fast alle liegen mit den Köpfen auf dem Tisch. Ich schreibe an euch.
In ca. 90 min sollten wir wieder in Tromsø einlaufen.
Dann werde ich wohl noch mit der Seilbahn auf den Fjellheisen fahren. Polarlichter schauen. Falls die nicht so abwesend sind wie die Wale!



Blick vom Hausberg?: „vom Winde verweht“

Freitag, 08. Dezember

Der Bus brachte mich in nur 10 min zur Talstation, dann ein paar Meter den Berg hinauf zu Fuss. Doch was ist das? „Wegen starkem Wind geschlossen,“
Ok, ich will auch nicht in einer Luftseilbahn sitzen, die hin und her wedelt wie ein Lämmerschwanz, aber musste das ausgerechnet heute so stürmen?!
In der  Stadt ist es sozusagen windstill. Dafür sehr lebendig, Feierlaune überall.
Es ist Wochenende , junge Damen sind in Minirock und High Heels unterwegs. Ich kreuze mit meinen mega Articboots und drei Mützen-übereinander ihren Weg.
Ein schneller Einkauf bei COOP, heute mag ich nicht auswärts essen. Die letzten Versuche waren sehr ernüchternd.
Mein 120x70 Fernseher wird nun mal getestet. Hoffentlich bekomme ich den zum Laufen… Heute Morgen bin ich am Induktionsherd gescheitert!

Norwegisch für Anfänger 🇳🇴

Freitag, 08. Dezember

Die Sprache ist komplex. 
Was geschrieben wird, entspricht nicht der Aussprache, da einige Silben einfach wegfallen. 

Einige Wörter sind soooo anders und dann gibt es wieder lustige Ähnlichkeiten.

Beispiele:

Bier = Øl  und Auto= Bil, sind nur im Zusammenhang und mit Bildern verständlich.

Leihen/Vermietung= Utleie ist zumindest dem Plattdeutschen entsprechend.

Aber meine Favoriten sind:  Defibrillator = Hjertestarter und Feuerlöschschlauch = Brannslange.
Wie cool ist das denn!? 😉😙



Wuff mit Wow-Faktor

Samstag, 09. Dezember

Und wieder zu einem Meetingpoint gepilgert für die nächste Tour.

Heute: „fun and easy dogsledding“ in den Lyngener Alpen. Rund eine Stunde von Tromsø entfernt liegt eine Husky-Farm, die für Touristen, oft grosse Gruppen von den Kreuzfahrtschiffen, selbstgesteuerte Huskyschlittentouren anbietet. 
Da ich ja als Single unterwegs bin (oder: „you don‘t have a partner !?),  wurde ich von einem echten Musher begleitet. Im Gespräch stellte es sich raus, das dieser aus Östereich kam und hier seit einiger Zeit als Musher arbeitet.
Es war sooo toll im Schlitten kutschiert zu werden. 
Noch toller ist jedoch selber zu fahren. I love it!
Es liegt mir wohl im Blut, denn von der Angst vor dem sicheren Stehen auf schmalen Kufen bei schneller Fahrt, also von dieser Angst war nach nur wenigen Metern nichts mehr zu spüren. Einfach nur genial. Wir konnten  jeweils 45 min Gast und Musher sein. Die Kälte kroch über die Füsse in meinen Körper, aber das Feuer in meinem Herzen brannte lichterloh!
Auf den letzten 500m kam es dann zum Stillstand der Gruppe. Irgendjemand stoppte den Treck zum wiederholten Male. Unser Gespann wich in den Tiefschnee aus, ich trat in die Eisen, der Schlitten stoppte, aber die Leithunde, die zwischendurch schon Stress miteinander hatten, starteten zu kämpfen, Leinen verfingen sich und mein Musher, der bis dahin mein Gast war, sprang vom Schlitten, trennte die Rivalen und bestrafte mit einem Klapps den einen Draufgänger. Puh, gut gegangen dachte ich. 
Dann zog mein Musher den Schlitten mit mir am Steuer und noch voll auf der Bremse, aus dem Tiefschnee.
Ich löste, um ihn diese Aktion zu erleichtern, die Bremse… und die Hunde nahmen das als Startsignal… preschten los… und ich flog im hohen Bogen in den Tiefschnee! 
Mein armer Musher sprintete dem Gespann hinterher, konnte es fassen und stoppen.
Ich konnte vor Lachen fast nicht auf die Füsse kommen. Denn vorher hatten wir darüber gesprochen, was passiert, wenn ich unfreiwillig absteige… damals sind wir noch davon ausgegangen, dass er dann noch im Schlitten sitzen würde…
Ende gut, alles gut. 
Kein Mensch und kein Tier sind zu Schaden gekommen.
Der nachfolgende heisse Tee und Schoggikuchen waren wohl verdient und die Kuschelrunde mit dem Hunde war ein grosser Genuss.

Sonntag unter dem Storsteinen

Sonntag, 10. Dezember

Heute habe ich den ganzen Tag kein festes Programm. Also lange schlafen, laaaange Frühstücken und dann, mal sehen….
Touriprogramm mit Tromsø Tourist Center, Saami City Shop und noch ins Mall, mall sehen, was so in den über 40 Boutiquen angeboten wird.
Wie erwartet die gleichen Läden wie New York, Rio, Tokio oder Zürich, Hamburg, Rom. Nicht mal meine norwegische Körperpflege von Sprekenhus konnte ich dort finden.
 Norwegianess ist wohl noch kein Verkaufsthema - schade.

Überraschung,
Habe gerade eine Nordlichttour mit Boot, also, einem Katamaran gebucht. 
Ich wünsche mir so sehr die Aurora Borealis zu sehen. 
In vier Stunden geht es los! 

Live ticker

Sonntag, 10. Dezember

19:56
Mein Katamaran Abenteuer startete mit Verzögerung. Wir wurden gebeten um 19:45 am Treffpunkt zu sein, ca 35 Personen warten artig in der Kälte. Von Polar Adventures fehlte jede Spur. Nur ein zotteliger Jungspunt schrubbt gegenüber sein Deck. 

20:06 
Der Jungspunt setzt sich ab… und entpuppte sich als unser Guide 😱

20:10
Der Katamaran ist in Wirklichkeit ein abgetakeltes Ausflugsboot der Kategorie 3, zumindest mit Toilette, was meine grösste Sorge war. 

20:15
An Bord drücken wir uns zu dritt in die Plastikledersitze. 

20:17
Jetzt kommt Roger, der Kapitän 👨‍✈️  Zum Glück: ca 60, gepflegt mit gutem Englisch und sehr vertrauenswürdig.
Dieser bietet uns eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung an, da die Chance für Polarlichter eher gering ist. 

20:18
Einige stürmen gleich Richtung Ausgang.
Ich bleibe. Denn es gibt meist nur eine vage  Möglichkeit auf „die grüne Dame“ auch bei sternenklarem Himmel und es gibt nie eine Garantie!





21:00
Vielleicht verpflege ich mich noch in der ausladenden Kantine.

21:36
Wir jagen mit hohem Tempo durch’ s Wasser.
Roger hat die Meldung von Sternsichtungen im Süden. Eine Chance, vielleicht.

21:52
Ich mache jetzt meine eigene Light Show.

22:28
Wir stehen an Deck, der Ort der höchsten Wahrscheinlichkeit ist erreicht.

Hier sollte jetzt ein grünes Leuchten sein…


23:36
Wir treten den Rückweg an.
Keine Nordlichter gesehen - die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Ich freue mich jetzt auf eine heisse Dusche und mein gemütliches, grosses, weiches Bett.
Ok, ich muss noch die Waschmaschine anschmeissen, aber das ist eine andere Geschichte.

00:21
Gleich gehen wir von Bord, aber nicht ohne das Angebot von Roger auf eine kostenlose Wiederholung der Tour.
… falls ich Morgen bei der Landtour auf der Suche nach den Nordlichtern erfolglos bin, nehme ich die Chance wohl am Dienstag wahr.


Tromsø schillert in allen Farben, ein Lichtermeer aus animierten Fassaden.

Kunst - Kirchen - Kultur -Kulinarisches

Sonntag, 10. Dezember

Kulturell und auch künstlerisch hat Tromsø einiges zu bieten. Kunsthandwerk und Kochkunst versüssen den Nordmenschen die dunkle Jahreszeit, und sie sind dem Traditionellem zugetan wie auch für avantgardistische Strömungen offen. 

Schneegestöber und ein grauer Wochenanfang

Montag, 11. Dezember

Es schneit und es ist alles grau. Die Kälter fliesst vom Storsteinen in die Stadt hinunter und bringt feuchte, kalte Winde mit sich. Kein gutes Zeichen für die heutige, nächtliche Nordlichtsuche. „fingers crossed!“

Green Adventure

Montag, 11.Dezember


Zweiter Versuch die Polarlichter zu sehen.

Heute per Minivan im Landesinnere. Die Firma heisst Green Adventure und unser Guide Robert. 

Das hätte meiner Mama gefallen. Immer wenn ein Robert im Film auftauchte, war sie ganz entzückt. Sie hat ja sonst auch immer an ihren Robert gedacht, trotzdem…


Ich musste mich jedoch bei diesem Robert erst einmal unbeliebt machen: ich fragte nicht wie die anderen nach der Polarlichtwahrscheinlichkeit, sondern nach der Anzahl von WC‘ s auf unserem Weg…

Gibt es eine psychisch ausgelöste Cystitis?

Je näher diese Veranstaltung rückte, um so mehr stresste mich die Vorstellung ca 6-8 Stunden ohne Toilette überleben zu müssen! Und seit heute habe ich Symptome einer Blasenentzündung.

Robert war etwas kurz angebunden, meinte, dass dies so in der Ausschreibung steht und die Tankstellen unterwegs halt geschlossen sein werden…

Ich verschob meine Entscheidung, ob ich mitfahre auf und ging erstmal auf Toilette im Hotel am Treffpunkt.

Dort kam mir der erlösende Gedanke: Wieso WC, wenn Wald!?

Also, sitze ich jetzt mit 10 anderen im Minivan und freue mich, über meinen Schatten gesprungen zu sein.

Bei einem kurzen Stopp an einer Tankstelle (mit Toilette🤣) konnte sich Robert mit Kollegen über den besten Standort abgleichen. Ergebnis: wir fahren nach Finnland!

Der Himmel in Finnland ist teilweise sternenklar.
Wir sehen zum ersten Mal etwas, was  die Kameralinse dann als die Polarlichter erkennt.
Das menschliche Auge braucht dafür einiges länger und erreicht nie die Farbintensität.

Am Horizont sind einige Wolkenschleier, deshalb entscheidet Robert sich dafür, im Süden einen endgültigen Standort zu finden.
Nach nur 10 min im Schnee bei minus 27 Grad!!! dürfen wir wieder in den Bus.

Beim nächsten Halt ziehen wir die Thermoanzüge an, es sind hier minus 24 Grad, zum Glück windstill.

Tütensuppe vegetarisch oder mit Rentier, Marshmellows und heisser Kakao am Lagerfeuer.
Die Kälte ist ok, nur die Zehen sind fast erfroren. Lustig, alles Frauenfüsse, die dem Feuer entgegen gestreckt werden…
Nach dem Imbiss signierte ich noch den Schnee, nicht Wald sondern Parkbucht, und dann traten wir den 2 1/2 stündigen Rückweg an. Um 02:32 setze mich Robert vor dem Apartment ab. Von Müdigkeit keine Spur.

Schon interessant: Ich bin fit und weniger müde, die Dunkelheit macht mir garnichts aus. 
Meine Knieschmerzen sind komplett verschwunden. Ich sollte hier bleiben…

0:33

Nach einem Weg von 7 min bin ich nun im Apartment.
Ein paar Nachtschwärmer waren noch unterwegs, sehr darauf bedacht schön gerade und schnittig über den spiegelglatten Boden zu gleiten… sollte ja keiner glauben, dass sie ziemlich angetrunken sind…
Ich habe Halsschmerzen und die Nase läuft. 
Hot, very hot shower, 😌

Das Licht im Norden

Dienstag, 12. Dezember

Die Besucher kommen im Winter wegen der Nordlichter nach Tromsø. Ich auch.
Am letzten Urlaubstag konnte ich dann noch ein magische Licht während der wenigen, hellen Stunden sehen. Ein Schauspiel, das mich berührt hat.

Touri-Programm

Museen sind einige zu empfehlen.

Gesehen habe ich nur die touristischen High Lights

  • Polarmuseum
  • Trollmuseum
  • Polaria

       … es braucht ja einen Grund für einen weiteren Besuch von Tromsø!


POLARIA

Nordlichter über Tromsø

Dienstag, 12. Dezember

Da muss man ja gar nicht nach Finnland pendeln!
Zum Abschied von Tromsø bin ich auf den Storsteinen. Wer mitgelesen hat, weiss, dass ich das schon mal am Wochenende wollte, aber der starke Wind hat einen Strich durch die Rechnung  gemacht. Heute waren die Verhältnisse perfekt.
Die Temperatur liegt bei minus 9, mir kommt es nach gestern, wie plus vor. Fast sternklar und windstill.
Meine Wimpern sind gestern von meinem eigenem Atem zusammen gefroren. 
Heute habe ich freien Blick.
Traurig blicke ich auf diese tolle Stadt und denke: Schade, dass ich zurück muss. 

Der Abschied wird mir mit super schönen Nordlichtern versüsst - oder erschwert!?

Hindernislauf zum Abschied

Mittwoch, 13. Dezember

Das Apartment muss ich leider schon 10 Uhr verlassen. 
Der Flug geht aber erst 15.30 und der Weg zum Flughafen beträgt 15 min. 
Am Flughafen selbst sind vier Gates und das war‘s, keine Restaurants, Geschäfte etc. Also ist mein Plan, das Gepäck abzugeben und in die Stadt zurück zu fahren.
Guter Plan, aber schlecht realisierbar. 
Als ich um 10.30 bei der Gepäckabgabe stehe, erfahre ich, dass diese für meinen Flug erst 13.30 öffnet. Na, super! Die Frage nach einer Gepäckaufbewahrung wird mit einem milden Lächeln verneint, eine Alternative, mit Achselzucken beantwortet.
So nun schnell nachdenken und positiv bleiben, auch wenn ich mich ärgere.
Ach ja. Da war ja, eine Busstation vor dem Flughafen, dieses riesige Mall „Jetke Senteret“!
Deshalb zurück zum Bus, mal wieder schwarz gefahren, und ab ins Mall.
Tatsächlich gibt es dort Gepäckfächer, auf Nachfrage sogar einige sehr, sehr grosse für meinen sehr, sehr grossen und mittlerweile auch schweren Koffer ( 23,4 kg, wie sich später herausstellen wird…).

Prima, mit Verzögerung und einiger Anstrengung, den schweren Koffer über die vereisten Fusswege zu bugsieren, konnte ich Plan B umsetzen. 

Nun bleibt mir Zeit für einen letzten Besuch im Saami Shop, wo ich mir eine Brosche mit Rentiermotiv und einen Pullover gönne. Ich streune nochmals durch die Stadt und sage meinen Lieblingsplätzen „Adieu“. 
Zur Stärkung einen Rentierburger direkt am Hafen mit Blick auf Fjellheisen und die Fischerboote. 
Mir wird ganz schwer um Herz und mein Magen drückt, was nicht am Rentierburger liegt…

Es wird bereits wieder dunkel, als ich mich auf den Weg zurück zum Flughafen mache. 
Gepäckabgabe und -Kontrolle verlaufen problemlos, ich muss nichts zahlen wegen des Übergewichtes (vom Gepäck!!!) und um 14.50 schleiche ich gemeinsam mit 170 anderen über das Rollfeld zur Maschine der Edelweiss. Damit betrete ich wieder Schweizer Boden. 
Urlaub vorüber! Tromsø wird zur Erinnerung!

🇳🇴 Good bye, Tromsø! 😔